Datum: 06.12.2021
Einreicher: SPD-FraktionDr. Heike Carstensen
Federführung: SPD-Fraktion
Vorlage: 0154/2021


Anfrage:

1. Wie genau plant die Verwaltung die Ärzteversorgung in Andershof?

2. Wie viele Ärzte und Ärztinnen sind in dieser Planung involviert?

3. Welche Maßnahmen sieht die Stadt vor, um eine möglichst große Ärztevielfalt zu garantieren?


Begründung:

Öffentliches Interesse.


Antwort:

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, 

Die Planung der Ärzteversorgung ist – wie die Fragestellerin sicherlich weiß – kein Gegen-stand kommunaler Verwaltungstätigkeit. Die Zulassung der Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte erfolgt durch die von den Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen und den Lan-desverbänden der Krankenkassen sowie der Ersatzkassen für den Bezirk jeder Kas-sen(zahn-)ärztlichen Vereinigung oder für Teile dieses Bezirks errichteten Zulassungsstellen. Für Stralsund gilt die Versorgung als ausreichend, eine Bewilligung neuer Kassensitze wird nicht in Aussicht gestellt. Dennoch ist für die Zukunft durchaus mit räumlichen Verlagerungen von Praxen innerhalb des Stadtgebiets zu rechnen, da die bestehenden Praxisflächen nicht in jedem Fall den Anforderungen auf Barrierefreiheit gerecht werden. 

Unter Berücksichtigung der o.g. Zuständigkeit kann nur Frage 3 beantwortet werden. 

Allgemein ist festzustellen, dass das seit Jahren starke Bevölkerungswachstums in Anders-hof nur teilweise durch einen entsprechenden Ausbau ergänzender Angebote begleitet wurde. Für den weiteren Ausbau strebt die Verwaltung stärker gemischt genutzte Strukturen an, was auch Angebote medizinischer Dienstleistungen einschließt. Damit soll u.a. die Ei-genständigkeit und letztlich auch die Identität von Andershof als eigenständiger Stadtteil ge-stärkt werden. 

Aus meiner Sicht sind dabei für die Stadtplanung zwei Ansatzpunkte zur räumlichen Förde-rung des Ausbaus medizinischer Versorgungsangebote sinnvoll: 

a) Festsetzung von Dienstleistungsflächen: Auch wenn Räume für freie Berufe in Wohngebieten allgemein zulässig sind, er-scheint es sinnvoll, spezifisch Flächen für Dienstleistungen zu reservieren und damit die Nutzungskonkurrenz zum Wohnen hier punktuell auszuschalten. An zentralen Plätzen im Wohngebiet sollen die barrierefreien Erdgeschossflächen für gewerbliche Nutzungen reserviert bleiben. Dabei ist nicht nur auf eine ärztliche Versorgung abzu-stellen, sondern auf Dienstleistungen allgemein (d.h. Physiotherapie, Friseur, etc.) einschließlich Gastronomie. Entsprechende planungsrechtliche Festsetzungsvor-schläge werden von der Verwaltung erarbeitet und mit Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Vorhabenträgern im Planverfahren beraten und abgestimmt.

b) Ausbau bestehender Strukturen: Eine ärztliche Versorgung wird in Andershof bisher v.a. durch das Medizinische Ver-sorgungszentrum (MVZ) der Uhlenhausgruppe angeboten. Insofern liegt es nahe, pa-rallel mit diesem Unternehmen zu sprechen und für einen weiteren Ausbau auch auf Berücksichtigung extern zu belegender Gewerbeflächen zu drängen. Dieser Punkt wurde bereits beim letzten Unternehmensbesuch durch den Oberbürgermeister Dr. Badrow angesprochen. 

gez. Dr. Raith


zurück zur Übersicht